Donnerstag, 19. März 2020
Partner Verlust
"Nachdem das Schlimmste geschehen ist, lernte ich auch, dass alles andere im Leben sehr viel klarer wird. In den Momenten nach Phils Tod, bewegte sich mein Hirn eine Meile pro Minute. Wahrscheinlich nur durch das Adrenalin, dass durch ein unglaublich traumatisches Erlebnis ausgelöst wurde, habe ich mich so viel selbstsicherer gefühlt und auch wie ich in der Welt fungierte v.a. in Bezug auf was ich will. In diesen frühen Momenten mussten Entscheidungen getroffen werden, inklusive mit wem will ich mich umgeben und wie will ich meine Tage verbringen. Dieses Adrenalin und dieser Sinn nach meinem Selbst begleitete mich die ersten Wochen des Schocks, durch mein erstes Trauerjahr und bis zu der Person, die ich jetzt bin. Ich fühle mich stärker mit jedem ausgesprochenen Nein und beim Fällen von schweren Entscheidungen…
Die Erfahrung Phil zu verlieren war wie ein Weckruf: Das Leben ist kurz. Ich fühle mich jetzt mehr mit meiner Familie verbunden denn je zuvor. Ich wertschätzte die Freunde und die Unterstützung in meinem Leben, weil ich es ohne sie nicht dadurch geschafft hätte…"

aus: Alex Morales, What losing my boyfriend when I was only 30 taught me about grief, HelloGiggles in the InStyle Beauty Group and Meredith Corporatio
Übersetzung: Anna Mestisa

gefunden am 2.3.2020

Neil Thomas | unsplash.com
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Montag, 16. März 2020
Suizid: Der egoistische Ausweg?
"Suizid Mythos: Leute, die sich umbringen sind selbstsüchtig und machen es sich leicht

In Wahrheit: Personen die sich umbringen tun es nicht, weil sie nicht leben wollen oder ihre Leben beenden wollen, sondern weil sie ihr Leiden beenden wollen. Diese Personen leiden so tiefgründig, dass sie sich hilflos und hoffnungslos fühlen. 'Sich selbst umbringen ist in jedem Fall eine Fehlbezeichnung. Wir bringen nicht uns selbst um. Wir werden einfach besiegt vom langen schweren Ringen am Leben zu bleiben. Wenn jemand nach einer langen Erkrankung stirbt, sagen die Leute mit einem zustimmenden Ton passender Weise: Er kämpfte so schwer. Und sie neigen dazu über einen Suizid zu denken, dass kein Kampf stattgefunden hat, dass jemand einfach aufgegeben hat. Das ist ziemlich falsch.' aus: Sally Brampton, Das Monster, die Hoffnung und ich - wie ich meine Depression besiegte 2009, Bastei Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach"

aus: Kristen Fuller, M.D., Common Myths About Suicide Debunked, Psychology Today, 2020 Sussex Publishers, LLC
Übersetzung: Anna Mestisa

gefunden am 3.3.2020

Bild: cdd20 | pixabay.com
https://pixabay.com/de/illustrations/fantasien-gewehre-kugeln-killer-4065825

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Samstag, 14. März 2020
Gegenwart
Ein Jahr später sieht der Schmerz anders aus.

Dein Todestag war nicht schön. Ich wurde wenige Tage zuvor krank. Ich konnte das neun Tage Rosenkranzgebet (Novena) nicht so wahrnehmen wie ich es wollte. Mein Körper lies mich nicht. Ich war nicht an deinem Grab. Ich war zu stark erkältet. Dennoch floßen einige Tränen. Ich schätzte den Blumenstrauß meiner Kollegen zu deinem Todestag sehr. Was für eine liebe aufmunternde Geste! Doch wich der Schmerz irgendwie Tage nach deinem Todestag aus meinem Alltag.

Ende Februar hatte ich ein dunkel blaues T-Shirt an und es fühlte sich nach 13 Monaten schwarz und weiß tragen irgendwie unnatürlich an. So unnatürlich das ich als nächstes wieder ein schwarzes Shirt trug. Als ob ich dem neu eingekehrten Frieden nicht so recht vertrauen kann. Ich bin seltener traurig. Die Trauer ist weniger present in meinem Alltag, selbst Familientreffen mitgezählt.

Ich kann nicht kontrollieren was geschieht. Du hast einen neuen Platz in meinem Leben eingenommen. Ich fange an das zu akzeptieren. Es bleibt mir ja nichts anderes übrig. Ich habe heute mutig das erste mal seit langer Zeit einen lila Pulli an, den ich sehr mag.

Dein Fehlen fällt auch auf wenn meine Mutter mir Fragen zu ihrem Cathering Geschäft stellt, die du sonst erhalten hättest. Es fühlt sich noch immer alles seltsam neu und unneu an.

Aber irgendwie ist es okay und an manchen Tagen gar schön. Immer häufiger sehe ich dich auf einem gerahtem Foto in meiner Wohnung und sage dir laut und ohne Verbitterung, gar fröhlich Dinge wie "Das hätte dir gefallen." .

Wer weiß, wie ich mich an deinem Geburtstag Ende April fühle. Immerhin begreife ich langsam, dass dies einer dieser unkontrollierbaren Reaktionen in meinem gegenwärtigem Leben ist. Und das ist, denke ich, völlig ok.

Die Wellen nehmen wie sie kommen.

5.3.2020

Foto: Nasim Keshmiri | unsplash.com UND (C) Privat
https://unsplash.com/photos/q248iwcW3sY und Privat

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