Donnerstag, 29. Oktober 2020
Jim Carrey erklärt Depressionen
aus: Callie Rushton, Jim Carrey erklärt Depression auf die beste Art, die ich je gehört habe, 1.12.2017 © 2020 "Elephant Journal" | Waylon H. Lewis Enterprises, Übersetzung: Anna Mestisa.

Jim Carrey spricht über seinen Kampf mit Depressionen. Er erklärt wie schwer das Leiden unter der Depression sein kann und wie die Heilung von der Depression mit der Trennung vom Ego verbunden ist.

Wenn man an einen großartigen buddhistischen Lehrmeister denkt, ist Jim Carrey nicht der erste, der einem einfällt. Aber erstaunlich. Der jetzt stark bärtige Schauspieler, der vor kurzem einen ordentlichen Wirbel provozierte als er einen Reporter super Unannehmlichkeiten auf dem Roten Teppich bereitete, hat einige sehr grundlegende Dinge zu sagen über diese komplizierte, spaßige, schwierige und wunderschöne Sache, die wir die menschliche Erfahrung nennen:

Carrey teilt die erschreckende Erkenntnis, zu der er nach Jahren voll Ruhm kam: Es ist völlig sinnlos unser ganzes Leben damit zu verbringen, dieses zu einer bestimmten Identität unserer selbst zu kreieren und zu pflegen.

Das ist alles Ego: sich danach sehnen jemand wichtiges zu sein, jemand zu sein, zu bedeuten. In der Realität bringt uns diese Gier nach einer einzigen Identität nur Schmerz und Leiden aus drei wesentlichen Gründen. Erstens leitet es eine Trennung zwischen uns und allen anderen Geschöpfen ein, die unsere angeborene vernetzte Natur entehrt. Zweitens, es täuscht uns zu glauben, dass Dinge sich nicht verändern sollen, dass wir uns nicht verändern sollen. Drittens, es führt uns weg vom Ruhen in unserer eigenen grundlegenden Güte, weil es uns fühlen lässt als ob, wie wir jetzt sind, nicht genug sind.

Das Gegenmittel zu diesem Leiden ist diese Begierde „jemand“ zu sein loslassen. Carrey stellt es sehr schön klar: „Dieses Gefühl von Ganzheit ist ein ganz anderes Gefühl als Ich-Sein.“ Um sich vollständig zu fühlen, müssen wir von der Aufrechterhaltung einer Darstellung des ‘Ichs‘ loslassen.

Aus seiner eigenen Erfahrung zeichnet Carrey nach und verbindet diese Wahrheit zur Verfassung einer Depression: „Die Leute sprechen die ganze Zeit über Depressionen. Der Unterscheid zwischen einer Depression und Trauer ist, dass Trauer bloß Zufall ist – was auch immer dir geschehen oder dir nicht geschehen ist, oder Trauer oder was auch immer es ist. Bei einer Depression sagt dir dein Körper: ‚Fick Dich! Ich will diesen Charakter nicht mehr spielen. Ich will nicht mehr dieser Avatar sein, den du in dieser Welt erschaffen hast. Es ist mir zu viel.‘

Du solltest beim Wort Depressionen an ‚deep rest‘ (= Tiefe Ruhe) denken. Dein Körper braucht die Depression. Er braucht die tiefe ‚deep rest‘ (= Erholung) von diesem Charakter, den du versuchst hast zu spielen.“


Das ist vielleicht die beste Einschätzung von Depressionen, die ich je gehört habe.

Schenken wir uns selbst (sowieso, was ist „selbst“?) eine Pause und lassen wir los von den was auch immer Identitäten, an denen wir so schwer gearbeitet haben sie zu erschaffen.

Lasst uns anstelle dessen mit offenen Herzen und mit einem Sinn für Humor über uns selbst und über unsere Welt leben – da laut Jim Carreys Worten – nichts davon überhaupt etwas bedeutet.

Und das ist ein beruhigender Gedanken.

„In meinem Leben gibt es keinerlei Depressionen. Absolut keine. Ich erlebe Traurigkeit und Freude und Euphorie und Befriedigung und unfassbare Dankbarkeit, aber all das ist nur Wetter und es dreht sich einfach um den Planeten. Es beschäftigt mich nicht lange genug um mich umzubringen. Es sind nur Ideen.“



„Ich denke, dass jeder reich und berühmt werden und alles bekommen sollte, was er sich erträumt, um zu erkennen, dass das nicht die Antwort ist.“ – Jim Carrey

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