Donnerstag, 5. November 2020
In meinen dunkelsten Momenten
In meinen dunkelsten Momenten
taucht ein Licht, ein Urvertrauen, ein Glaube an etwas größeres immer und immer wieder zum Vorschein.

So sehr es mich ärgert, dass ich im Alltag davon oft nichts oder nur wenig spüre.
So bin ich immer und immer wieder unendlich dankbar, wenn ich kurz vorm Hinschmeißen bin, auf einmal ein bisschen Fahrtwind wahrnehme.

Woher das kommt? Keine Ahnung.
🙏🙏🙏 Danke Gott⛅👼. Danke Universum🌌. Danke Karma☯. Danke Danke Danke Familie👨‍👩‍👧‍👦👨‍👩‍👦👨‍👩‍

16.10.20

Bild: Free-Photos | pixabay.com
https://pixabay.com/de/photos/blitz-blitzschlag-gewitter-wetter-801866/

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Dienstag, 3. November 2020
"Das letzte Wort" - Serienempfehlung
Serienschöpfer: Thorsten Merten, Autoren: Aron Lehmann und Carlos V. Irmscher, Produktion: Dan Maag, Daniel Sonnabend (C) Pantaleon Films, 2020 Deutschland

Foto: Frederic Batier (C) Netflix
https://www.musikexpress.de/das-letzte-wort-staffel-1-bei-netflix-anke-engelke-holt-den-punk-auf-den-friedhof-1609761/

Anke Engelke Figur, Karla Fazius, verliert kurz nach der Feier zur Silberhochzeit ihren Ehemann. Im Schockzustand lernt man die Charaktere der Familie und alle ihre offenen speziellen als auch normalen Konflikte und Eigenheiten kennen. Karla trifft auf ein Geheminis ihres Mannes (von Beruf Zahnarzt) und reagiert darauf impulsiv mit der Entscheidung von Hausfrau und Mutter zur Trauerrednerin zu wechseln.

Anke Engelke brilliert in dieser Serie ihr schauspielerisches Können vor allem im ernsten Ton der Serie, aber auch absolut in den gut balancierten humorvollen Momenten.
Karlas Gegenspieler ist in der Serie Andi Borowski (gespielt von Thorsten Merten) und auch ihr neuer Chef. Die Dialoge allen voran zwischen diesen beiden Charakteren sind wie ein Feuerwerk anzusehen.

Die Serie hat mich positiv bewegt. Sie umarmt. Sie bringt mich zum Grübeln und Lachen. Diese Serie ist völlig absurd und überzogen. Dennoch ist sie ehrlich und realitätsnah und so bunt wie das Leben selbst.

Ich schätze Geschichten, die Trauer in keinen Rahmen zwängen und vom Rest des Lebens trennen, gar aussortieren. Trauer mischt sich nur zu gern mit anderen Gefühlen, deswegen überrumpelt sie uns ja auch immer und immer wieder.
Wenn wir Glück haben, sind wir stark genug sie mit anderen Gefühlen zu teilen, anstatt sie zu unterdrücken oder zu ersticken oder ihr allein die Oberhand zu geben. Das versucht die Trauer nämlich gerne, wenn man sie lässt.

Für mich ist meine Trauer nur ein noch größerer Grund über meinen Schatten zu springen und zum Leben "Ja" zu sagen. So gut ich es eben kann. Diese Serie spiegelt genau dieses Gefühl wieder.

19./28.10.2020

nützliche Pressekritiken

Katharina Riehl, Das Ende ist jedenfalls mal ein Anfang
16. September 2020, 18:53 Uhr, Süddeutsche Zeitung


Heike Hupertz, Sie weiß, was einen guten Nachruf ausmacht, 17.09.2020, 06:56, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Donnerstag, 29. Oktober 2020
Jim Carrey erklärt Depressionen
aus: Callie Rushton, Jim Carrey erklärt Depression auf die beste Art, die ich je gehört habe, 1.12.2017 © 2020 "Elephant Journal" | Waylon H. Lewis Enterprises, Übersetzung: Anna Mestisa.

Jim Carrey spricht über seinen Kampf mit Depressionen. Er erklärt wie schwer das Leiden unter der Depression sein kann und wie die Heilung von der Depression mit der Trennung vom Ego verbunden ist.

Wenn man an einen großartigen buddhistischen Lehrmeister denkt, ist Jim Carrey nicht der erste, der einem einfällt. Aber erstaunlich. Der jetzt stark bärtige Schauspieler, der vor kurzem einen ordentlichen Wirbel provozierte als er einen Reporter super Unannehmlichkeiten auf dem Roten Teppich bereitete, hat einige sehr grundlegende Dinge zu sagen über diese komplizierte, spaßige, schwierige und wunderschöne Sache, die wir die menschliche Erfahrung nennen:

Carrey teilt die erschreckende Erkenntnis, zu der er nach Jahren voll Ruhm kam: Es ist völlig sinnlos unser ganzes Leben damit zu verbringen, dieses zu einer bestimmten Identität unserer selbst zu kreieren und zu pflegen.

Das ist alles Ego: sich danach sehnen jemand wichtiges zu sein, jemand zu sein, zu bedeuten. In der Realität bringt uns diese Gier nach einer einzigen Identität nur Schmerz und Leiden aus drei wesentlichen Gründen. Erstens leitet es eine Trennung zwischen uns und allen anderen Geschöpfen ein, die unsere angeborene vernetzte Natur entehrt. Zweitens, es täuscht uns zu glauben, dass Dinge sich nicht verändern sollen, dass wir uns nicht verändern sollen. Drittens, es führt uns weg vom Ruhen in unserer eigenen grundlegenden Güte, weil es uns fühlen lässt als ob, wie wir jetzt sind, nicht genug sind.

Das Gegenmittel zu diesem Leiden ist diese Begierde „jemand“ zu sein loslassen. Carrey stellt es sehr schön klar: „Dieses Gefühl von Ganzheit ist ein ganz anderes Gefühl als Ich-Sein.“ Um sich vollständig zu fühlen, müssen wir von der Aufrechterhaltung einer Darstellung des ‘Ichs‘ loslassen.

Aus seiner eigenen Erfahrung zeichnet Carrey nach und verbindet diese Wahrheit zur Verfassung einer Depression: „Die Leute sprechen die ganze Zeit über Depressionen. Der Unterscheid zwischen einer Depression und Trauer ist, dass Trauer bloß Zufall ist – was auch immer dir geschehen oder dir nicht geschehen ist, oder Trauer oder was auch immer es ist. Bei einer Depression sagt dir dein Körper: ‚Fick Dich! Ich will diesen Charakter nicht mehr spielen. Ich will nicht mehr dieser Avatar sein, den du in dieser Welt erschaffen hast. Es ist mir zu viel.‘

Du solltest beim Wort Depressionen an ‚deep rest‘ (= Tiefe Ruhe) denken. Dein Körper braucht die Depression. Er braucht die tiefe ‚deep rest‘ (= Erholung) von diesem Charakter, den du versuchst hast zu spielen.“


Das ist vielleicht die beste Einschätzung von Depressionen, die ich je gehört habe.

Schenken wir uns selbst (sowieso, was ist „selbst“?) eine Pause und lassen wir los von den was auch immer Identitäten, an denen wir so schwer gearbeitet haben sie zu erschaffen.

Lasst uns anstelle dessen mit offenen Herzen und mit einem Sinn für Humor über uns selbst und über unsere Welt leben – da laut Jim Carreys Worten – nichts davon überhaupt etwas bedeutet.

Und das ist ein beruhigender Gedanken.

„In meinem Leben gibt es keinerlei Depressionen. Absolut keine. Ich erlebe Traurigkeit und Freude und Euphorie und Befriedigung und unfassbare Dankbarkeit, aber all das ist nur Wetter und es dreht sich einfach um den Planeten. Es beschäftigt mich nicht lange genug um mich umzubringen. Es sind nur Ideen.“



„Ich denke, dass jeder reich und berühmt werden und alles bekommen sollte, was er sich erträumt, um zu erkennen, dass das nicht die Antwort ist.“ – Jim Carrey

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